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Die Beiträge in der Privaten Pflegepflichtversicherung

Die Beiträge zur Privaten Pflegepflichtversicherung orientieren sich nicht am Einkommen. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben werden sie in Abhängigkeit
vom Lebensalter bei Versicherungsbeginn und Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss berechnet. Der Großteil der Beiträge wird als Alterungsrückstellung angelegt, da das Pflegerisiko mit zunehmendem Alter erheblich steigt.

Beitragsbegrenzung
Je höher das Eintrittsalter in die Versicherung ist, desto höher ist infolgedessen auch der Beitrag. Um ältere Versicherte finanziell nicht zu überfordern, wurde folgende Regelung getroffen: Wer seit Einführung der Pflegeversicherung (1995) oder seit mindestens fünf Jahren privat pflegeversichert ist, zahlt maximal den Höchstbeitrag der Sozialen Pflegeversicherung.

Nach der aktuellen Beitragskalkulation ergibt sich für alle Versicherten, die bei Beginn ihrer Pflegeversicherung jünger als 66 Jahre alt sind, ein Beitrag unter dem Höchstbeitrag.

Ebenso liegt der Beitrag fast aller Senioren, die seit 1995 privat pflegeversichert sind, unter dieser Grenze.

Die Versicherten, deren Beitrag auf den Höchstbeitrag begrenzt wird, müssten kalkulatorisch einen höheren Beitrag zahlen. Der Differenzbetrag zwischen dem kalkulatorischen und dem tatsächlichen Beitrag kann nicht vernachlässigt werden, er wird für die Erbringung der Leistungen benötigt. Zur Finanzierung dieses Differenzbetrags wird deshalb ein Umlagebetrag ermittelt, der auf alle Versicherten verteilt wird, deren Beitrag unter dem Höchstbeitrag liegt. Seit Einführung der Pflegepflichtversicherung ist die Zahl der Versicherten, deren Beitrag begrenzt wurde, aber stetig gesunken. Infolgedessen konnten die Beiträge für Neuversicherte bereits mehrfach gesenkt werden. Seit 2008 hat der Gesetzgeber wiederholt Leistungsausweitungen in der Pflegepflichtversicherung vorgenommen. Dadurch wurden Beitragserhöhungen notwendig.
Die folgende Grafik zeigt die Beitragsentwicklung in der Privaten Pflegepflichtversicherung und der Sozialen Pflegeversicherung seit ihrer Einführung und die Prognose für die kommenden Jahre. Für die Private Pflegepflichtversicherung wurde der Eintrittsbeitrag eines 40-Jährigen gewählt, für die Soziale Pflegeversicherung der Beitrag eines freiwillig versicherten Angestellten. Durch die kontinuierlich steigende Beitragsbemessungsgrenze
erhöht sich dessen Beitrag zur Sozialen Pflegeversicherung ständig.

Beitragsbegrenzung im Basistarif
Versicherte im Basistarif haben ohne Vorversicherungszeiten Anspruch auf Begrenzung ihres Beitrags auf den Höchstbeitrag. Für Beihilfeberechtigte gilt hier der halbe Höchstbeitrag. Bei nachgewiesener Hilfebedürftigkeit nach SGB II bzw. SGB XII kann dieser Beitrag noch weiter begrenzt werden.

Beitragsfreie Mitversicherung für Kinder
Nicht erwerbstätige Kinder sind bis zum 23. Lebensjahr beitragsfrei mitversichert, in Schul- oder Berufsausbildung befindliche Kinder bis zum 25. Lebensjahr – ggf. verlängert um Zeiten einer gesetzlichen Dienstpflicht. Für behinderte Kinder, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu unterhalten, gibt es bei der beitragsfreien Mitversicherung keine Altersgrenze.

Sonderbeitrag für Studenten
Die privaten Krankenversicherer ermöglichen für beitragspflichtig versicherte Studenten bis zum vollendeten 34. Lebensjahr einen Sonderbeitrag.

Arbeitgeberzuschuss
Der Arbeitgeber zahlt den Beschäftigten zur Privaten Pflegepflichtversicherung einen Zuschuss in Höhe des Beitrags, den er bei Versicherungspflicht in der Sozialen Pflegeversicherung als Arbeitgeberanteil zu zahlen hätte, höchstens jedoch die Hälfte des tatsächlich zu zahlenden Beitrags. Das PKV-Unternehmen
bescheinigt dem Versicherten, dass ihm die Aufsichtsbehörde bestätigt hat, die Pflegeversicherung nach den vom Gesetzgeber bestimmten Voraussetzungen zu betreiben. Diese Bescheinigung muss der Versicherungsnehmer dem Arbeitgeber vorlegen, um den Beitragszuschuss zur Pflegeversicherung zu erhalten.

Bei Einführung der Pflegeversicherung 1995 wurde zum Ausgleich der zusätzlichen Belastungen für die Arbeitgeber ein Feiertag, der Buß- und Bettag, gestrichen. Lediglich in Sachsen blieb dieser Tag als Feiertag bestehen, deshalb ist dort der Anteil der Arbeitnehmer am Beitrag höher.

Für Schüler und Studenten, die verpflichtet sind, bei einem privaten Versicherungsunternehmen eine Pflegeversicherung zu unterhalten, und die nicht beitragsfrei bei ihren Eltern oder einem Elternteil mitversichert sind und außerdem BAföG erhalten, gibt es vom Amt für Ausbildungsförderung einen monatlichen Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung.

Rentner erhalten seit dem 1. April 2004 von der Rentenversicherung keinen Zuschuss mehr zum Beitrag.

Stand 23.03.2017