pflegekostet.de

Gesetzliche Pflegeleistungen

Was wird geleistet?

Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung richten sich nach dem jeweiligen Pflegegrad.

Der Pflegebedürftige hat ein Wahlrecht zwischen:

– Pflegesachleistung (Pflegeeinrichtung mit Versorgungsvertrag) und
– Pflegegeld (häusliche Pflege von sonstigen Personen z. B. Angehörige, Nachbarn etc.)
– Kombination von Pflegesachleistungen (Kostenerstattung) und Pflegegeld sind möglich.

Geleistet wird grundsätzlich nur für Pflege in Deutschland. Ausnahmen sind möglich. Bei Beihilfeberechtigten werden die Leistungen der Pflegepflichtversicherung um den von der Beihilfe getragenen Anteil gekürzt.

Leistungsarten

Pflegefachkraft
Die Kosten der häuslichen Pflegeeinsätze durch geeignete und von der sozialen Pflegeversicherung oder privaten Pflegepflichtversicherung anerkannte Pflegekräfte werden pro Kalendermonat wie folgt erstattet:

– Pflegegrad 1 = 0 Euro
– Pflegegrad 2 = 689 Euro
– Pflegegrad 3 = 1289 Euro
– Pflegegrad 4 = 1612 Euro
– Pflegegrad 5 = 1995 Euro

Pflegegeld
Anstelle der Kostenerstattung kann für die häusliche Pflege ein Pflegegeld gezahlt werden, wenn damit die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung durch Angehörige oder sonstige Personen
sichergestellt wird:

– Pflegegrad 1 = 0 Euro
– Pflegegrad 2 = 316 Euro
– Pflegegrad 3 = 545 Euro
– Pflegegrad 4 = 728 Euro
– Pflegegrad 5 = 901 Euro

Kombinationsleistungen
Entsprechend dem persönlichen häuslichen Pflegebedarf kann die Kostenerstattung in einem Pflegegrad ganz oder teilweise in Anspruch genommen werden.

Beispiel Pflegegrad 3:
Pflegedienst 60% von 1298 Euro = 778,80 Euro monatlich
Pflegegeld 40% von 545 Euro = 218,00 Euro monatlich

An die Entscheidung, in welchem Verhältnis Kostenerstattung und Pflegegeld zueinander stehen sollen, ist man für sechs Monate gebunden.

Teilstationäre Pflege
Wenn häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt ist, können bei Unterbringung in Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege
(Unterbringung nur tagsüber oder nur nachts) monatliche Kosten geltend gemacht werden:

– Pflegegrad 1 = 0 Euro
– Pflegegrad 2 = 689 Euro
– Pflegegrad 3 = 1298 Euro
– Pflegegrad 4 = 1612 Euro
– Pflegegrad 5 = 1995 Euro

Auch hierbei ist eine Kombination mit Pflegegeld oder Pflegesachleistungen möglich.

Vollstationäre Pflege
Bei stationärer Pflege in anerkannten Pflegeeinrichtungen werden Aufwendungen für Pflege, soziale Betreuung und medizinische Behandlungspflege pro Kalendermonat pauschal wie folgt erstattet:

– Pflegegrad 1 = 125 Euro*
– Pflegegrad 2 = 770 Euro
– Pflegegrad 3 = 1262 Euro
– Pflegegrad 4 = 1775 Euro
– Pflegegrad 5 = 2005 Euro

* Anspruch auf einen Zuschuss in Höbe von 125,00 Euro.

Unterbringungskosten und Verpflegung (sog. „Hotelkosten“) werden nicht erstattet.

Kurzzeitpflege
Wenn die häusliche Pflege oder teilstationäre Pflege zeitweise nicht in erforderlichem Umfang erbracht werden kann, ist eine Kurzzeitpflege bis zu 8 Wochen je Kalenderjahr in einer vollstationären Einrichtung möglich:

– Pflegegrad 1 = 0 Euro
– Pflegegrad 2-5 = 1612 Euro

Unterbringungskosten und Verpflegung (sog. „Hotelkosten“) werden nicht erstattet. Während einer Kurzzeitpflege wird ein Pflegegeld bis zu 8 Wochen zur Hälfte weiter gezahlt.

Verhinderung der Pflegeperson
Bei Urlaub, Krankheit oder Verhinderung der Pflegeperson werden die Kosten für eine notwendige Ersatzpflege für längstens 6 Wochen pro Kalenderjahr übernommen.

– Pflegegrad 1 = 0 Euro
– Pflegegrad 2-5 = 1612 Euro

Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den/die Pflegebedürftige(n) vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner/ihrer häuslichen
Umgebung gepflegt hat. Während einer Verhinderungspflege wird ein Pflegegeld bis zu 6 Wochen zur Hälfte weiter gezahlt.

Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Die häusliche Pflege wird ergänzt um Leistungen für notwendige Pflegehilfsmittel und technische Hilfen:

– Für Pflegehilfsmittel (z. B. Einweghandschuhe, Einlagen), die zum Verbrauch bestimmt sind, werden bis zu 40 Euro monatlich gezahlt.
– Technische Hilfsmittel (z. B. Wannenlift) werden leihweise zur Verfügung gestellt. Ist dies nicht möglich, werden bei über 18-jährigen Versicherten die Kosten unter Abzug von 10 % Selbstbehalt (max. 25 Euro) erstattet.
– Außerdem können Zuschüsse bis zu 4.000 Euro für Maßnahmen zur pflegegerechten Umgestaltung des Wohnumfeldes gezahlt werden.

Unterbringungskosten
Unterbringungskosten (sog. „Hotelkosten“) und sonstige, nicht unmittelbar pflegebedingte Kosten, werden bei Kurzzeitpflege, teil- und vollstationärer Pflege nicht erstattet.

Beihilfeberechtigte bekommen aber im Gegensatz dazu im Rahmen ihrer Beihilfe auch einen Teil der Unterbringungskosten ersetzt. Die Bundesbeihilfe z. B. vermeidet, dass pflegebedürftige Beihilfeberechtigte in unteren Besoldungsgruppen in eine wirtschaftliche Notlage geraten. Die Regelung sieht vor, dass ihnen von ihrem durchschnittlichen monatlichen Einkommen ein angemessener Betrag zur Existenzsicherung verbleib.

Soziale Sicherung der Pflegeperson
Die Voraussetzungen zu Zahlung von Beiträgen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung für Pflegepersonen:

Es muss bei dem Pflegebedürftigen mindestens Pflegegrad 2 vorliegen

und

die Pflegeperson muss eine oder mehrere Pflegebedürftige insgesamt mindestens 10 Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens 2 Tage in der Woche, in der häuslichen Umgebung nicht erwerbsmäßig pflegen. Pflegepersonen sind bei ihrer Pflegetätigkeit außerdem beitragsfrei in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert.

Stand 26.05.2017