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Private Pflegepflichtversicherung

 

Versicherungsträger für die private Pflegepflichtversicherung ist das Versicherungsunternehmen, bei dem mindestens Anspruch auf Kostenerstattung für allgemeine Krankenhausleistung besteht. Durch das Prinzip „Pflege – folgt der Krankenversicherung“ erreicht man, dass Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen Krankheit und Pflegebedürftigkeit vermieden werden.

Versicherter Personenkreis der privaten Pflegepflichtversicherung

  • alle privat Krankenversicherten mit Anspruch auf allgemeine Krankenhausleistungen
  • Beamte und Personen, die den gleichen Grundsätzen Anspruch auf Beihilfe bei Pflegebedürftigkeit haben. Diese Personen müssen eine anteilige Versicherung (Quotenversicherung) abschließen
  • Heilfürsorgeberechtigte, die Personen die nicht in der sozialen Pflegeversicherung pflichtversichert sind (Polizeibeamte, Soldaten)
  • Versicherte und Mitglieder der Bundesbahn und Postbeamtenkrankenkasse

Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung

Die Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung müssen denen der sozialen Pflegepflichtversicherung gleich sein. Jedoch gibt es an Stelle der Sachleistung eine Geldleistung.

Der Versicherungsschutz besteht ab Zeitpunkt wie es im Versicherungsschein dokumentiert ist. Nicht jedoch Zahlung des ersten Beitrages und nicht vor Ablauf der Wartezeit.

Die Wartezeiten rechnen ab dem technischen Versicherungsbeginn. Ab erstmaliger Stellung eines Leistungsantrages betragen die Wartezeit 5 Jahre in der Zeit ab dem 01.Januar 2000. Das Versicherungsverhältnis muss innerhalb der letzten 10 Jahre vor Stellung des Antrages mindestens fünf Jahre bestanden haben.

Bedingungen an private Versicherungsunternehmen ( §110 Abs.1 SGB XI)

Damit die versicherte Person bei Ihrem privaten Krankenversicherungsunternehmen ausreichend versichert ist, müssen die privaten Krankenversicherungsunternehmen gesetzliche Mindestanforderungen erfüllen.

Das Versicherungsunternehmen unterscheidet zu Neugeschäfts – und Bestandsgeschäftskonditionen:

Die Neugeschäftskonditionen können nur Personen versichert werden, die erst nach dem 01.01.1995 bei der privaten Krankenversicherung pflegeversichert werden. Diese Konditionen sehen vor:

  • bei gleichzeitigem Abschluss einer Krankheitskostenvollversicherung besteht für die private Pflegeversicherung Kontrahierungszwang
  • Vorerkrankungen dürfen nicht ausgeschlossen werden ( Risikozuschlag ist jedoch möglich)
  • Beiträge dürfen nicht nach Geschlecht gestaffelt sein
  • Die Wartezeiten dürfen nicht länger sein als in der sozialen Pflegeversicherung
  • Beitragsfreie Mitversicherung von Kindern

Nach Bestandskonditionen sind Personen versichert:

  • die bereits am 01.01.1995 eine Versicherung mit Anspruch auf allgemeine Krankenhausleistungen hatten
  • die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren und sich im ersten Halbjahr 1995 von Ihrer Versicherungspflicht befreien lassen haben
  • die zum 01.01.1995 Anspruch auf freie Heilfürsorge oder Beihilfe hatten, die allerdings nicht privat oder gesetzliche krankenversichert waren
  • wenn sie zum 01.01.1995 privat versichert waren, aber irgendwann danach Ihre private Krankenversicherung zu einem anderen privaten Krankenversicherungsunternehmen, mit Ihrer Kranken – und Pflegeversicherung, gewechselt haben

Die Konditionen für Bestandsversicherte:

  • Vorerkrankungen dürfen nicht ausgeschlossen werden und es darf kein Risikozuschlag erhoben werden
  • Auch bereits pflegebedürftige Personen müssen angenommen werden
  • Die Wartezeiten dürfen nicht länger sein als in der sozialen Pflegeversicherung
  • Der Beitrag darf maximal 50% vom Höchstbeitrag in der sozialen Pflegeversicherung betragen ( 40% bei Beihilfeberechtigten)
  • Die Beiträge für Ehepaare und / oder Lebenspartner einer eingetragene Lebenspartnerschaft sind auf maximal 150% des gesetzlichen Höchstbeitrages begrenzt ( 60% bei Beihilfeberechtigten), wenn eine Ehegatte und / oder Lebenspartner keine Gesamteinkommen hat, das regelmäßig eine Siebtel der monatlichen Bezugsgröße in der Sozialversicherung überschreitet
  • Beitragsfreie Mitversicherung von Kindern

Beiträge in der privaten Pflegeversicherung

Anders als in der Sozialen Pflegeversicherung sind die Beiträge altersabhängig, nicht jedoch geschlechtsabhängig kalkuliert. Für Beihilfeberechtigte und Personen ohne Beihilfeanspruch getrennt ermittelt. Auch bei der Beitragsberechnung wird nach Bestands – und Neugeschäftskonditionen unterschieden, es gelten die gleichen gesetzlichen Bedingungen §110 SGB XI.

Meldung bei fehlender Pflegeversicherung

Die privaten Versicherungsunternehmen müssen Personen, bei trotz Aufforderung von sechs Monaten nach Inkrafttreten des Pflegeversicherungsgesetzes, bei Neuabschlüssen von Krankenversicherungsverträge innerhalb von drei Monaten nach Abschluss des Vertrages, keinen privaten Pflegeversicherungsvertrag abgeschlossen haben, unverzüglich dem Bundesaufsichtsamt (BVA) melden.

Gemäß einer Vereinbarung des PKV-Verbandes mit dem Bundesaufsichtsamt hat die Meldung der ersten 10 Arbeitstagen des 6. Rückstandsmonats zu erfolgen.

Diese Meldung kann für den Versicherten ein Bußgeld bis zu 2.500,-- Euro nach sich ziehen.